Geduld und Humor sind zwei Kamele die mich durch jede Wüste bringen.
Arabisches Sprichwort

Ein Jahr danach! ... Roadtrip an die spanischen Atlantikküste

Prolog

Nach dem traumatischen Erlebnis von 2022 am Gorges du Tarn, die Konfrontation mit der Realität, um nach einem Jahr gelebtem Alptraum, vielleicht einen Weg zu finden.

Ein Jahr liegt zwischen mir und der Realität.
Ein Jahr habe ich keinen Weg gefunden den Moment des 22. September 2022 zu verarbeiten.
Jeden Tag habe ich deinen Blick gesehen, Steve. Den kurzen Moment in dem du mich mit weit aufgerissenen Augen, entsetzt, angeschaut hast.
Dich dann umgedreht hast und los gerannt bist, wie du aufgrund deiner Arthrose schon seit Jahren nicht mehr laufen konntest.
Nur fünf Sekunden bis du um die nächste Ecke verschwunden bist. Für immer. ... Für immer.

Wie lebt man ein Jahr in einem Alptraum?
Man wacht morgens auf und überlegt in welchem Traum man sich gerade befindet.
... schaut jede Minute von außen auf das Leben was man gerade führen muss.
... erledigt vieles wie in Trance.
Das Leben und die Welt ist für mich in Watte gepackt.

Gegen Ende dieses Jahres erscheinst du mir noch einmal im Traum, in einer neuen Situation.
Du kommst den Weg durch den Garten runter, Steve.
Du besuchst mich auf der Terrasse, stupst und brummst mich an, legst dich vor mich.
Ich weiß nicht ob ich dich anpacken darf, habe Angst dich zu berühren.
Du schaust mich an, verstehst mich.
Dann stehst du auf, gehst den Weg durch den Garten wieder hoch, markierst noch einmal und verschwindest.

Lebwohl mein treuer Freund.

Du sollst nicht einfach um die nächste Ecke verschwunden sein, lieber Steve.
Ich möchte etwas, was die Zeit überdauert hinterlassen, ich möchte an den Moment erinnern.

Hannah und ich trauten uns nicht darüber zu reden.
Doch beide haben wir das Gefühl, ein Jahr danach, vor Ort sein zu müssen.

Start ins Ungewisse

Die letzten Tage vor der Abreise hat sich die Angst unglaublich gesteigert.
Es fiel mir so schwer morgens aufzustehen und in die ungewissen Tage zu starten.
Angst, dass irgendwas im Urlaub passieren kann, Angst mein Nest zu verlassen.

Saint-Étienne, eine Idee aus 2019 von Sandra und mir, beim Roadtrip durch Wales geboren, zur nächsten Rugby WM in Frankreich ein WM Spiel live sehen.
Ich bin früh, kann neben dem Stadion parken, später bewacht von den Gendarmen, die hier mit ihren Mannschaftswagen Stellung beziehen.
Ich sitze im australischen Block, freue mich aber auf die Fidschis. Wie übrigens der überwiegende Teil der Stadionbesucher.

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Bald geht die Geschichte weiter.